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160 Jahre Chorgesang
in Handschuhsheim

Festkonzert
am Sonntag, 4. November 2007, 17 Uhr
in der Handschuhsheimer Friedenskirche

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Schirmherr für unsere Jubiläumsveranstaltungen:
Herr Dr. Eckart Würzner,
Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg

Untergang von Babylon

Das Oratorium „Babylon“ erzählt die Jahrtausende alte Geschichte vom Bau eines Turms, der bis in den Himmel reichen soll. Doch ist „Babylon“ auch ein Stück von bestürzender Aktualität. Denn hier wird nicht nur die Geschichte eines wahnbesessenen Königs erzählt, der mit seinem Hochmut den Zorn der Götter herausfordert. Stets verweisen Text und Musik darauf, dass „Babylon“ nicht vergangen sondern immerdar und überall ist.

Wie oft musste die Menschheit erleben, dass ihre hochfahrenden Pläne nur Irrtümer waren. Wie oft folgte dem Streben nach Macht die erbarmungslose Vernichtung der Mächtigen.

„Babylon“ beschwört den Gegensatz von Macht und Bewahrung der Schöpfung. Der König und der Männerchor stehen für Kraft, Stärke und Gewalt. Demgegenüber steht die Königin und der Frauenchor als Mahnung und Warnung vor den Folgen von Zerstörung und Machtmissbrauch.

„Babylon“ ist ein ergreifendes Werk. Den Autoren (Hubert Morgenthaler als Texter und Dietrich Lohff als Komponist) ist ein eindringliche Darstellung des alten biblischen Mythos gelungen.

Die Zerstörung von Babylon ist kein Kindergeburtstag. Deshalb gibt es laute und heftige Passagen in diesem Werk. Die Musik dieses Werkes reicht vom monumentalem Ausdruck des Männerchors bis zu den feinen Kantilenen des Frauenchors.

Um diesen Eindruck zu erreichen, benötigt man keine besonders großen instrumentalen Mittel. Das begleitende Orchester besteht aus 21 Musikern. Dazu kommen zwei Solisten.

Außerdem hat Lohff eine tonale Musik geschrieben. Nirgends werden den Sängern und dem Publikum unnötige Modernismen zugemutet. Der Chorsatz ist gut singbar und zeigt die Handschrift eines Praktikers

Lohff hat die erste Fassung dieses Oratoriums bereits vor fast 20 Jahren geschrieben. Für die Aufführung am 4. November 2007 in der Friedenskirche in Heidelberg-Handschuhsheim hat er die gesamte Partitur einer gründlichen Bearbeitung unterzogen. Das damals 70-minütige dauert nun etwa 90 Minuten.

Die Aufführung der neuen Fassung wird vom Liederkranz Heidelberg-Handschuhsheim und der Sängereinheit Leutershausen gestaltet. Neben den vereinigten Frauen- und Männerchören sind Angelika Reinhard (Sopran) und Frank Schiller (Bariton) zu hören. Die zwei Dirigenten, die man für diese Aufführung braucht sind Tomas Reiß und Dietrich Lohff.

„Babylon“ ist ein engagiertes und packendes Plädoyer für den Frieden, den wir alle auf dieser Welt so nötig haben.

dl

Mitwirkende:

Sopran: Angelika Reinhard
Bariton: Frank Schiller
Sprecher: Dr. Peter Schütze
Orgel: Volker Konetschny
Orchester: Kurpfalz-Philharmonie
Dirigenten: Dietrich Lohff (Frauenchor) und Thomas Reis (Männerchor)
Liederkranz Handschuhsheim, Frauen- und Männerchor
Sängereinheit Leutershausen, Frauen- und Männerchor
Gesamtleitung: Dietrich Lohff
Aufführungsdauer: etwa 80 Minuten

 

Angelika Reinhard

Angelika Reinhard, Sopran

Die Sopranistin Angelika Reinhard wurde in Heidelberg  geboren. Sie studierte Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Frau Prof. Elsa Cavelti.
Die mehrfache Preisträgerin von Gesangswettbewerben nahm an Interpretationskursen für Barockmusik bei Paul Esswood teil und besuchte Meisterkurse bei Laura Sarti und Klesie Kelly.

Neben großen Erfolgen auf der Opernbühne bilden die Bereiche Liedgesang und Oratorium den künstlerischen Schwerpunkt der Sopranistin.

Mit ihrem umfangreichen Repertoire ist sie eine sehr gefragte Sängerin. So zählen zu ihren zahlreichen Konzerten im In- und Ausland u. a. Auftritte in der Stuttgarter Liederhalle, der Tonhalle St. Gallen, dem Salzburger Dom und dem Musikverein in Wien.
Darüber hinaus wirkt die Sopranistin immer wieder bei CD-Produktionen sowie bei Rundfunk- und Fernsehaufnahmen mit.
Des Weiteren liegt ihr das gemeinsame Musizieren mit ihrem „Trio Armonioso“ sehr am Herzen. Hier widmet sich die Sopranistin zusammen mit dem Trompeter Falk Zimmermann und dem Organisten Detlev Helmer besonders der festlichen Barockmusik von Bach, Händel, Scarlatti und Purcell.

Von Pressestimmen wird Angelika Reinhard immer wieder für ihre klare Stimme, ihre leuchtenden Höhen wie auch für ihre große persönliche Ausstrahlung und die Intensität ihrer Interpretationen gelobt.

Frank Schiller

Frank Schiller, Bariton

Der gebürtige Zeitzer gehörte vom zehnten bis zum achtzehnten Lebensjahr dem Dresdner Kreuzchor an und studierte anschließend an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber.
Nach drei Jahren am Opernstudio übernahm ihn die Semper-Oper Dresden in ihr Solsitenensemble. "Papageno" wurde eine seiner Paraderollen. 1994 kam er als lyrischer Bariton an das Erfurter Theater. Der junge Sänger erregte zunächst als "Silvio" in Der Bajazzo und mit dem Baritonpart der Carmina Burana bei den ersten Erfurter Domstufen-Festspielen Aufmerksamkeit. Sehr bald wurde er mit großen Partien betraut: "Herr Fluth" in Die lustigen Weiber von Windsor, Wildschütz-"Graf", "Wolfram von Eschenbach" in Richard Wagners Tannhäuser, "Papageno" in Die Zauberflöte, "Figaro" in Rossinis Der Barbier von Sevilla, "Frank Butler" in Annie Get Your Gun, "Dr. Falke" in Johann Strauß" Fledermaus und die Titelpartie in Mozarts "Die Hochzeit des Figaro".

Die Carmina Burana führten ihn zu den Dresdner Musikfestspielen. An der dortigen Oper war er "Kilian" in Webers Freischütz, Bielefeld sah ihn als "Wolfram" und als "Papageno", in den Eutiner Sommerspielen wirkte er in Turandot mit.

Seine besondere Liebe gilt dem Liedgesang und dem Konzert. Sein umfangreiches Konzertrepertoire führte ihn mit bedeutenden Klangkörpern durch ganz Europa.

Inhalt

1 (Männerchor)
Der ´Männerchor beschwört die Geschichte von Babylon. Die Musik umkreist die Frage, was es mit dem Mythos von Babylon auf sich hat und warum man sich seiner erinnern sollte.

2 (König und Männerchor)
Der König von Babylon tritt von sein Volk und teilt voller Stolz und Größenwahn seinen Plan mit, einen Turm zu bauen. Das Volk stimmt nur zögernd zu.

3 (einzelne Stimmen)
Die Großen des Reichs befällt Furcht und Schrecken.

4 (einzelne Stimmen und Männerchor)
Niemand hat den Mut, dem König zu widersprechen.

5 (Männerchor)
Die Babylonier haben keine andere Wahl und preisen ihren König . Sie fordern ihn auf, den Turm zu bauen.

6 (König und Männerchor)
Der König versucht, die Zustimmung der Königin für den Turmbau zu gewinnen.

7 (Königin und Frauenchor)
Die Königin widersetzt sich und versucht, den König von seinem Plan abzubringen.

8 (Königin und Frauenchor)
Königin und Frauenchor beschwören den König, die Natur nicht zu zerstören.

9 (Königin und Frauenchor)
Königin und Frauenchor besingen die Schönheit und Unverletzlichkeit des Lebens.

10 (Männerchor)
Das Volk von Babylon folgt dem Befehl des Königs, den Turm zu bauen.

11 (Männerchor)
Die von den Soldaten des Königs zur Arbeit gezwungenen Sklaven beklagen die Unmenschlichkeit ihrer Herren.

12 (Solosopran und Frauenchor)
Solosopran und Frauenchor sind bedrückt von der Angst, die menschlicher Größenwahn bei denen, die die Gerechtigkeit Gottes folgen, erzeugen kann.

13 (Männerchor)
Ein Psalm besingt die Gerechtigkeit Gottes.

14 (Männer- und Frauenchor)
Der Turm und die Stadt werden von einer Naturkatastrophe zerstört.

15 (Männerchor)
Der König von Babylon ist nicht tot. Immer wieder taucht er in der Geschichte der Menschheit auf. Babylon ist immerdar - Babylon ist überall.

Text: Hubert Morgenthaler
Musik: Dietrich Lohff

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